Beitrag

FReDA-Studie: Wunsch nach gerechter Hausarbeitsteilung – in der Realität bleibt die Rollenverteilung traditionell

Die aktuelle FReDA-Studie „Geteilt, gerecht, zufrieden?“ zeigt deutlich: In Sachen Hausarbeit stimmen Wunsch und Wirklichkeit in vielen Partnerschaften nicht überein. Während sich eine breite Mehrheit eine gleichmäßige Aufteilung wünscht, übernimmt bei 53 % der heterosexuellen Paare die Frau den Großteil der Routinearbeiten wie Waschen, Putzen oder Kochen.

Nur 44 % teilen diese Aufgaben ungefähr gleich auf, bei lediglich 3 % der Paare liegt die Hauptverantwortung beim Mann. Besonders nach der Geburt des ersten Kindes rutschen viele Paare in ein traditionelles Rollenmodell – und das meist dauerhaft.

Diese ungleiche Verteilung bleibt nicht ohne Folgen: Frauen in ungleich organisierten Beziehungen empfinden die Arbeitsteilung deutlich häufiger als unfair (nur 35 % empfinden sie als gerecht) und sind weniger zufrieden mit ihrer Partnerschaft (Durchschnitt: 7,9 von 10 Punkten) als Frauen in gleichberechtigt lebenden Paarbeziehungen (8,5 Punkte). Jede fünfte Frau, die mehr Hausarbeit leistet als ihr Partner, denkt darüber nach, die Beziehung zu beenden – in gleichverteilten Paaren ist es nur etwa jede siebte.

Obwohl 72 % der Befragten klassische Zuständigkeiten für Haushalt und Kinderbetreuung ablehnen, sind die politischen Rahmenbedingungen nicht zuträglich dabei, eine partnerschaftliche Aufteilung auch im Alltag zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Studie gezielte politische Maßnahmen, um eine faire Arbeitsteilung zu erleichtern – besonders beim Übergang zur Elternschaft. Genannt werden u.a. eine stärkere Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen, mehr Partner*innenmonate beim Elterngeld, finanzielle Anreize für eine gleich verteilte Elternzeitnutzung sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Diese können dazu beitragen, das Ideal gleichberechtigter Aufgabenteilung nicht nur zu erhalten, sondern auch im Alltag real umzusetzen.