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Prognos: Altersvorsorge – fünf Impulse für höhere Renten von Frauen
Frauen (bzw. Frauen mit Kindern) erhalten in Deutschland im Alter im Durchschnitt deutlich weniger Rente als Männer (bzw. Frauen ohne Kinder). Über individuelle Entscheidungen hinaus sind der Gender Pension Gap wie auch der Motherhood Pension Gap strukturell bedingt. Unbezahlte Care-Arbeit, Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen und niedrige Löhne summieren sich im Lebensverlauf zu finanzieller Abhängigkeit und Altersarmut.
Eine neue Prognos-Studie im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) zeigt: Es braucht mehr als individuelles Sparverhalten – es braucht strukturelle Veränderungen, die Sorgearbeit sichtbar machen und absichern.
Die Autor*innen der Studie um Dr. Oliver Ehrentraut vergleichen ein Trendszenario der Entwicklung der Erwerbsquoten von Frauen und Männern mit einem Chancenszenario. Letzteres beruht auf dem geäußerten Wunsch vieler Frauen nach längerer Arbeitszeit und zeigt eine Halbierung des Erwerbsbeteiligungsdifferenzials zwischen Frauen und Männern bis 2045 auf sowie den Anstieg der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von Frauen um 3,75 Stunden. In späteren Lebensphasen (ab etwa 45 Jahren) gleicht die projizierte Frauenerwerbsquote der Männererwerbsquote, ab 55 Jahren übersteigt sie diese.
Eine derartige Entwicklung kann durch eine gerechtere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit erschlossen werden: durch einen höheren Anteil von Vätern an der Care-Arbeit sowie den konsequenter(er) Ausbau der Kinderbetreuungsangebote.