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Prognos-Expertise: Was Unternehmen tun können, damit Mütter mehr erwerbsarbeiten können
Der Fachkräftemangel in Deutschland bleibt eine der größten Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Studie der Prognos AG zeigt, dass in der Erwerbstätigkeit von Müttern ein bislang ungenutztes Potenzial steckt, um diesem Engpass entgegenzuwirken. Viele Mütter arbeiten aktuell in Teilzeit – häufig mit deutlich reduzierter Stundenzahl. Dabei wäre ein erheblicher Teil von ihnen grundsätzlich bereit, ihre Arbeitszeit zu erhöhen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
Laut der Untersuchung möchten derzeit nur rund 17 Prozent der teilzeitbeschäftigten Mütter ihre Arbeitszeit aus eigener Motivation heraus steigern. Werden jedoch betriebliche und organisatorische Voraussetzungen verbessert, steigt diese Zahl deutlich: 45 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, im Durchschnitt rund 8,6 Stunden pro Woche mehr zu arbeiten. Hochgerechnet entspricht das einem zusätzlichen Arbeitsvolumen von etwa 14 Millionen Wochenstunden – oder rund 350.000 Vollzeitstellen.
Damit wird deutlich, dass familienfreundliche Strukturen sowohl gesellschaftspolitisch als auch wirtschaftlich hoch relevant sind. Unternehmen, die auf flexible Arbeitszeitmodelle, transparente Kommunikation und klare Entwicklungsperspektiven setzen, können Mütter stärker einbinden und sich so strategisch gegen den Fachkräftemangel positionieren.
Besonders wichtig ist dabei die Flexibilität: 62 Prozent der befragten Mütter wünschen sich die Möglichkeit, eine erhöhte Arbeitszeit später wieder reduzieren zu können – etwa in Form einer befristeten „Probephase“. Auch der direkte Austausch spielt eine große Rolle: 38 Prozent würden ihre Arbeitszeit erhöhen, wenn ihr Arbeitgeber sie aktiv darauf ansprechen würde. Tatsächlich ist das bisher aber nur bei etwa vier Prozent der Fall. Zudem wünschen sich viele Mütter bessere Karriere- und Entwicklungsperspektiven. Fast die Hälfte der Befragten würde mehr arbeiten, wenn eine Beförderung in Aussicht stünde.
Die Ergebnisse zeigen: Eine gezielte Ansprache, flexible Arbeitszeitgestaltung und echte Entwicklungschancen können entscheidend dazu beitragen, das Potenzial erwerbstätiger Mütter besser zu nutzen. So lassen sich nicht nur Fachkräfte gewinnen, sondern auch die Zufriedenheit und Bindung der Beschäftigten langfristig.
Die vollständige Expertise ist auf der Website des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ zu finden.