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IAB: Normvorstellungen zu externer Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit von Müttern

In einer Auswertung und Analyse der repräsentativen Daten des Panels „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ für die Jahre 2011, 2016 und 2022 befinden Dr. Corinna Frodermann, Dr. Eileen Peters, Dr. Marie-Fleur Philipp und Dr. Claudia Wenzig:

Eine externe, regelmäßige Kinderbetreuung für einige Stunden am Tag wird von 18- bis 64-jährigen Befragten ab einem durchschnittlichen Kindesalter von zwei Jahren und vier Monaten als angemessen angesehen, eine Teilzeiterwerbstätigkeit der Mutter ab rund zwei Jahren und acht Monaten. Während eine ganztägige Betreuung ab knapp fünf Jahren unterstützt wird, wird eine Vollzeiterwerbstätigkeit der Mutter ab einem Kindesalter von fünf Jahren und acht Monaten befürwortet.

Die Autorinnen weisen darauf hin, dass neben den Einstellungen der Mütter auch die des Partners bzw. der Partnerin für das Arbeitsmarktverhalten von Frauen und die Inanspruchnahme außerhäuslicher Kinderbetreuung von Bedeutung ist.

Insbesondere gilt, gerade auch angesichts häufig unzureichender Angebote von verlässlicher Kinderbetreuung: „Eine frühere Rückkehr von Müttern in den Beruf und eine Ausweitung ihrer Erwerbsarbeitszeiten können nur gelingen, wenn auch Väter mehr Zeit für Sorgearbeit aufwenden.“ Denn: „Strukturelle Bedingungen, konkrete Erwerbsentscheidungen sowie individuelle und partnerschaftliche Einstellungen sind eng miteinander verflochten.“

Die Studie ist auf der Website des IAB zu finden.