Veranstaltung
Partnerschaftliche Sorgearbeit fördern: Webinar „Share Job & Care“ | Aufzeichnung verfügbar
Frühstücks-Webinar im Rahmen der Bund-Länder-Aktionswoche „Finanziell auf eigenen Füßen stehen“ des BMBFSFJ | 18.6.2026
Wie können Unternehmen und Politik dazu beitragen, dass Mütter und Väter Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlicher aufteilen?
Dieser Frage widmete sich das Webinar „Share Job & Care: Wie mehr Partnerschaftlichkeit in der Elternzeit Mütter, Väter und Betriebe stärkt“, das das Bündnis Sorgearbeit fair teilen gemeinsam mit dem Demographie Netzwerk (ddn) am 18. Juni 2026 im Rahmen der Bund-Länder-Aktionswoche „Finanziell auf eigenen Füßen stehen“ des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltete. Rund 80 Teilnehmer*innen verfolgten die Online-Veranstaltung und erhielten Einblicke in betriebliche und politische Ansätze, die Eltern dabei unterstützen können, Erwerbs- und Sorgearbeit fairer zu verteilen.
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Mehr InformationenZum Einstieg wurde die Bedeutung von Elternzeit und Elterngeld für die langfristige Verteilung von Sorgearbeit in Familien beleuchtet. Noch immer reduzieren viele Mütter nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit oder kehren zunächst in Teilzeit in den Beruf zurück. Gleichzeitig wünschen sich viele Väter, mehr Verantwortung bei der Betreuung ihrer Kinder zu übernehmen. Die Entscheidungen in dieser Phase haben weitreichende Folgen für die berufliche Entwicklung und die finanzielle Eigenständigkeit von Müttern und Vätern.
Unternehmen können Partnerschaftlichkeit aktiv fördern
Wie Unternehmen eine partnerschaftliche Kinderbetreuung unterstützen können, zeigte die Roche Diagnostics GmbH. Anna-Maria Karstens und Wolfgang Bissdorf stellten das preisgekrönte ElternPlus-Programm vor, das reduzierte Arbeitszeiten von Eltern kleiner Kinder finanziell ausgleicht.
Die Erfahrungen seit Einführung des Programms im Jahr 2021 zeigen, dass Maßnahmen zur Förderung partnerschaftlicher Elternschaft sowohl Beschäftigten als auch Unternehmen zugutekommen können. Sie helfen, berufliche Nachteile insbesondere für Mütter zu reduzieren, eröffnen Vätern größere Möglichkeiten zur Übernahme von Sorgeverantwortung und stärken zugleich Arbeitgeberattraktivität und Fachkräftesicherung. Das Fazit: Für Maßnahmen, die dem Gender Care Gap und Karriereeinbußen von Müttern entgegenwirken, gibt es einen überzeugenden Business Case.
Politische Rahmenbedingungen für faire Sorgearbeit
Lilly Schön vom Zukunftsforum Familie stellte die Forderungen der 33 Mitgliedsorganisationen des Bündnisses Sorgearbeit fair teilen vor. Im Mittelpunkt standen Elternzeit und Elterngeld sowie die Frage, wie finanzielle Anreize zu einer gleichmäßigeren Aufteilung der Elterngeldmonate beitragen können.
Aus Sicht des Bündnisses braucht es Rahmenbedingungen, die eine partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit stärker fördern. Davon würden Frauen durch mehr wirtschaftliche Eigenständigkeit, Männer durch eine intensivere Beziehung zu ihren Kindern und Kinder durch bessere Entwicklungschancen profitieren. Gleichzeitig profitieren Unternehmen und die Wirtschaft von einer stärkeren Fachkräftesicherung sowie von zufriedenen und produktiven Beschäftigten.
Das Webinar machte deutlich: Mehr Partnerschaftlichkeit in der Elternzeit stärkt nicht nur Familien, sondern fördert die Gleichstellung und kann zugleich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.
Die Veranstaltung wurde moderiert von Stephanie Schlitt, Koordinatorin des Bündnisses Sorgearbeit fair teilen.