Am 16. März 2023 lud das Bündnis Sorgearbeit fair teilen zum Parlamentarischen Frühstück im Bundestag ein, um sich Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung vorzustellen und sie mit drei zentralen Forderungen des Bündnisses zur Schließung der Sorgelücke zu adressieren.

Leni Breymaier MdB eröffnete als Schirmherrin die Veranstaltung. Nach der Vorstellung des BSFT durch Dr. Bettina Rainer (Koordinatorin) und thematischen Kurzimpulsen von Karsten Kassner (Mitgliedsorganisation Bundesforum Männer), Uta Zech (Mitgliedsorganisation BPW Germany) und Antje Asmus (Mitglieds- und Trägerorganisation Deutscher Frauenrat) diskutierten die Mitglieder des BSFT mit Parlamentarier*innen, Mitarbeiter*innen aus MdB-Büros und Vertreter*innen der Ministerialverwaltung an drei Thementischen über konkrete Maßnahmen zur Schließung der Sorgelücke:

  1. Reform des Elterngeldes: Aus Sicht des BSFT muss die faire Aufteilung der Sorgearbeit von Beginn an ab der Familiengründung stärker unterstützt werden. Wichtige Maßnahmen dafür sind sowohl die Einführung einer zehntägigen vergüteten Freistellung für Väter bzw. zweite Elternteile nach der Geburt als auch die Ausweitung der nicht übertragbaren Elterngeldmonate auf mindestens vier Monate je Elternteil. Mit beiden Maßnahmen werden Männer aktiviert, vermehrt Sorgearbeit zu übernehmen, und Frauen in ihrer Erwerbstätigkeit gestärkt.
  2. Einführung einer Individualbesteuerung: Die faire Verteilung der Sorgearbeit muss für Paare steuerlich und ökonomisch attraktiv sein. Fehlanreize im Steuerrecht wie das Ehegattensplitting müssen deshalb abgeschafft werden. Unbedingt notwendig ist aus Sicht des BSFT die Abschaffung der Steuerklasse V und die Einführung der Individualbesteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag, um die eigenständige Existenzsicherung von Frauen in einer Ehe zu fördern.
  3. Lohnersatzleistung für Pflegezeiten: Die Lohnersatzleistung soll erwerbstätige pflegende Angehörige existenzsichernd absichern und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessern. Diese Leistung soll auch ein Anreiz für Männer sein, sich stärker an der Angehörigenpflege zu beteiligen. Wichtig ist hier die existenzsichernde und sozial gerechte Ausgestaltung.

Im direkten Dialog beantworteten die Bündnismitglieder interessierte Nachfragen und stellten dar, mit welchen Maßnahmen aus Sicht des BSFT die Schließung der Sorgelücke gelingen kann, um damit die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern weiter voranzubringen.

Michaela Engelmeier (Vorstandsvorsitzende der Mitgliedsorganisation SoVD) verabschiedete die Anwesenden, dankte für ihr Interesse am BSFT und seinen Themen und wies nochmals auf die gleichstellungspolitische Bedeutung der fairen Verteilung unbezahlter Sorgearbeit hin.

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Kurzbewertung Zeitverwendungserhebung 2022: Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen unterstützen!

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Positionierung zur informellen Pflege: Lohnersatzleistung einführen und Pflegezeiten reformieren!

Wer pflegt, darf nicht in Armut rutschen: Die aktuellen Regelungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf (Pflegezeit und Familienpflegezeit) sind unzureichend.

In Deutschland leisten Frauen nach wie vor den Großteil unbezahlter Sorgearbeit, wie z. B. Kindererziehung, Pflege und Hausarbeit. Dies hat für Frauen neben der kognitiven Belastung durch die Planungs- und Organisationsarbeit (Mental Load) erhebliche Nachteile zur Folge, sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch beim Erwirtschaften eigener Einkünfte bis hin zur Rente. Männer bleiben durch die traditionelle Arbeitsteilung unter Druck, das Haupteinkommen für die Familie überwiegend oder alleine erwirtschaften zu müssen. Ohne die geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit kann die gesellschaftliche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nicht beseitigt werden.

Mit unserer Fachtagung möchten wir, die 26 Mitglieder im Bündnis Sorgearbeit fair teilen, den Blick auf diese Befunde lenken und unterstreichen, dass die Politik gefordert ist, Maßnahmen zur Schließung der Sorgelücke auf den Weg zu bringen. Dies ist dringend notwendig, um die Gleichstellung voranzubringen – umso mehr vor dem Hintergrund der Folgen der Corona-Krise.

Die Veranstaltung fand am 9.11.2022 in Berlin statt. Sie können die Aufzeichnung des Streams jetzt ansehen.

Stream: Teil 1

  • Begrüßung durch Dr. Beate von Miquel/Vorsitzende des Deutschen Frauenrats (Träger- und Mitgliedsorganisation)
  • Video-Grußwort von Bundesfrauenministerin Lisa Paus
  • Interview mit Dr. Petra Follmar-Otto/Leiterin der Abteilung Gleichstellung im BMFSFJ
  • Impuls-Vortrag von Teresa Bücker/Journalistin und Autorin zum Thema „Sorgelücke, Mental Load und ihre Folgen – Wie kann ein gutes Leben für alle gelingen?“
  • Input von Prof.in Dr. Bettina Kohlrausch/wissenschaftliche Direktorin des WSI der Hans Böckler Stiftung zum Thema „Mehr als ein individuelles Problem – Wie kann eine gerechtere Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern erreicht werden?“
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Stream: Teil 2

  • Dr. Bettina Rainer/Leiterin der Koordinierungsstelle des Bündnisses Sorgearbeit fair teilen mit einer Präsentation aktueller Umfrageergebnisse zur Sorgearbeit
  • Fish-Bowl-Podiumsdiskussion zum Thema „Der Weg zum Erwerb- und Sorge-Modell – Was kann und muss die Politik für die faire Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen Frauen und Männern tun?“ mit Prof.in Dr. Bettina Kohlrausch/wissenschaftliche Direktorin des WSI der Hans Böckler Stiftung, Teresa Bücker/Journalistin und Autorin, Leni Breymaier MdB/SPD-Bundestagsfraktion, Ulle Schauws MdB/Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Gyde Jensen MdB/FDP-Fraktion, Heidi Reichinnek MdB/Fraktion Die Linke
  • Resümee und Verabschiedung durch Anja Weusthoff/Abteilungsleiterin Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik beim DGB (Mitgliedsorganisation)
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