Maßnahmen zur Schließung der Sorgelücke im Bereich der Erwerbsarbeit

Stand: Juli 2025Factsheet

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Erwerbsarbeit und betriebliche Arbeitswelt haben wesentlichen Einfluss auf die Verteilung unbezahlter Sorgearbeit.

Wie viel Zeit Menschen für unbezahlte Sorgearbeit zur Verfügung haben, ist auch davon abhängig, wie die Erwerbsarbeit organisiert ist (z.B. gesetzliche Regulierung des Arbeitsmarkts, Ausgestaltung der Arbeitszeiten, Unternehmenskultur etc.).

Die Sorgelücke (Gender Care Gap) beschreibt den unterschiedlichen täglichen Zeitaufwand für Sorge- und Hausarbeit durch Frauen und Männer und beträgt 2025 43 Prozent. Den größten Effekt auf die Verringerung der Sorgelücke hätte eine Angleichung der Erwerbsarbeitszeiten von Frauen und Männern im Bereich einer 35- bzw. 30-Stunden-Woche.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht, Erhebung zur Zeitverwendung privater Haushalte 2022 (korrigierte Fassung vom 6.6.2025)

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Quelle: BMFSFJ, Kinder, Haushalt, Pflege – wer kümmert sich?, 2023, S. 20, eigene Darstellung

Gesetzliche, tarifliche und betriebliche Rahmenbedingungen für die faire Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit

Damit Frauen mehr Zeit für Erwerbsarbeit aufbringen können, müssen Männer darin unterstützt werden, mehr Sorgearbeit zu übernehmen.

Frauen und Männer müssen die gleichen Möglichkeiten für eine eigenständige ökonomische Absicherung bis hin zur Rente haben, auch wenn sich die Lebensumstände etwa durch Trennung oder Tod des Partners/der Partnerin ändern.

Auch Arbeitgeber*innen stehen in der Verantwortung, Arbeitszeitreduzierungen und berufliche Auszeiten von Männern zur Übernahme von Sorgearbeit aktiv zu unterstützen und die Wünsche insbesondere vieler Mütter nach einer Aufstockung ihrer Erwerbsarbeitszeiten umzusetzen.

Die partnerschaftliche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit erfordert entsprechende gesetzliche, tarifliche und betriebliche Rahmenbedingungen im Bereich der Erwerbsarbeit:

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Gewinn für Wirtschaft und Arbeitgeber*innen

Wie aktuelle Studien von DIW und Prognos belegen, erhöht die partnerschaftliche Umverteilung unbezahlter Sorgearbeit innerhalb von Paarbeziehungen insbesondere den Erwerbsumfang von Frauen deutlich stärker als sie den von Männern reduziert. Die faire Verteilung unbezahlter Sorgearbeit führt zu einer Annäherung der Erwerbsumfänge von Frauen und Männern und wirkt sich somit auch positiv auf die Fachkräftesicherung aus. Dies gilt vor allem für die systemrelevanten SAHGE-Berufe (Soziale Arbeit, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit und Pflege sowie Erziehung und Bildung), in denen besonders viele Frauen tätig sind. Die Sicherstellung einer sozialen Infrastruktur wiederum ermöglicht und sichert Erwerbstätigkeit auch in anderen Branchen.

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